Tennisarm (Epicondylitis)

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Der Tennisarm ist eine Erkrankung, bei der der Patient im allgemeine keine Ursache oder keinen Auslöser nennen kann.

Die Krankheit wird meistens durch eine einseitige Belastung oder eine Überlastung eines Arms hervorgerufen, sie stellt dann eine schmerzhafte Reizung des Ursprungs der Streckmuskulatur des Unterarms und der Hand an der Knochenhaut des körperfernen Oberarms dar. Der Schmerz wird deswegen als sehr stark empfunden, da die Knochenhaut von sehr vielen empfindlichen Nervenfasern durchzogen wird.

Die Symptome des Tennisarms sind:

  • Schmerzen an der Aussenseite des Ellenbogens
  • Schmerzen an der Oberseite des Unterarms
  • Schmerzzunahme beim festen Zugreifen und bei Belastung des Arms


Bei der Behandlung des Tennisarms werden zunächst alle nicht operativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Falls möglich sollte zunächst natürlich der Auslöser der Erkrankung (einseitige Belastung, Überlastung) beseitigt werden. An medizinischen Massnahmen sind möglich:

  • Salben- oder Zinkleimverbände
  • Reizstrombehandlung
  • Entzündungshemmende Medikamente (z.B. Voltaren oder Ibuprofen)
  • Spezielle Massagetechniken
  • Spezielle Bandagen
  • Mehrfache Injektionen eines örtlichen Betäubungsmittels in die Knochenhaut
  • Ruhigstellung im Oberarmgips für 1 bis 2 Wochen


Es ist wichtig, dass der Betroffene im Verlauf der Behandlung Geduld aufbringt, ein sofortiger oder kurzfristiger Erfolg ist leider nicht zu erzielen. Beim Versagen der konservativen Behandlung (bei 30-40%) ist die Operation nach Hohmann erforderlich.

Bei diesem Eingriff wird über einen etwa  8 cm langen Hautschnitt an der Außenseite des Ellenbogens die gereizte Knochenhaut mit den darin befindlichen Schmerznerven durchtrennt und die schmerzhafte Muskulatur vom Knochen abgelöst, um die örtliche Entzündung zu beseitigen. Nach der Operation erfolgt eine einwöchige Ruhigstellung in einer Oberarmgipsschiene.

Der Erfolg des Eingriffs ist in einigen Fällen direkt nach der Operation schon spürbar, in den meisten Fällen dauert es jedoch einige Wochen, bis die Verminderung oder Beseitigung der Schmerzen eintritt. In wenigen Fällen bringt der Eingriff leider nicht den erwünschten Erfolg, bei Weiterbestehen der Überlastung können die Symptome auch wiederkommen.

Beim Wiederauftreten der Erkrankung kann die Operation nach Hohmann prinzipiell wiederholt werden, wobei die Erfolgsaussicht allerdings geringer ist, als bei der ersten Operation. In seltenen Fällen tritt die Epicondylitis auch der Innenseite des Ellenbogens als sogenannter Golfarm auf, die Schmerzen sind dann durch eine Überlastung der Beugemuskulatur bedingt. Die Behandlung des Golfarms hat die gleichen Prinzipien wie die Behandlung des Tennisarms.