Konservative Knochenbruchbehandlung

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Ein Großteil der Fälle in einer chirurgischen Praxis wird von Knochenbrüchen ausgemacht. Der überwiegende Teil dieser Knochenbrüche ist unverschoben und ohne Beteiligung eines Gelenks, so dass keine operative Behandlung erforderlich ist.

Diese Knochenbrüche werden „konservativ“, d.h. durch Ruhigstellung in verschiedener Form behandelt. Die klassische Form der Ruhigstellung stellt der Gipsverband dar.

Dieses Material wird seit über 100 Jahren verwendet und ist auch heute noch die „Urform“ der Behandlung beim Knochenbruch. Gips lässt sich hervorragend an das verletzte Körperteil anpassen. Entscheidende Nachteile des klassischen Gipsverbandes sind sein hohes Gewicht, die Empfindlichkeit gegen Wasser und die Luftundurchlässigkeit, die bereits nach kurzer Tragezeit zu einem sehr unangenehmen Geruch führen kann.

Wir verwenden in unserer Praxis nur noch Verbände aus schnellhärtendem Kunststoff. Diese sind wesentlich leichter als Gips und zu einem gewissen Grad auch luftdurchlässig. Weitere Materialien, die wir ebenfalls verwenden, sind spezielle Kunststoffschienen, gelegentlich ist auch ein fester Verband ausreichend.

Ein wichtiger Aspekt der nicht operativen Knochenbruchbehandlung ist die korrekte Art, Ausdehnung und Dauer der Ruhigstellung. Bei der konservativen Knochenbruchbehandlung müssen lediglich die beiden benachbarten Gelenke ruhiggestellt werden, das heisst, dass es beispielsweise bei ein Mittelhandbruch nicht erforderlich ist, das Handgelenk zu fixieren, so wenig wie man bei einem Mittelfuß- oder Zehenbruch das Sprunggelenk ruhigstellen muß.

Weiterhin muss man genau darauf achten, dass die Gelenke in einer Stellung fixiert werden, die möglichst wenig Ruhigstellungsschäden erzeugen.

Man kann davon ausgehen, dass die Nachbehandlung mindestens noch einmal so lange dauert, wie die Ruhigstellung selbst, dies bedeutet, dass die Fixierung nur so lange wie nötig, aber so kurz wie möglich sein sollte. Ein Gips- oder Kunststoffverband sollte am nächsten Tag nach dem Anlegen noch einmal auf korrekten Sitz kontrolliert werden, bei dem geringsten Verdacht auf eine falsche Ruhigstellung muss der Verband gewechselt werden.

Der Patient im Gips hat immer Recht !

Sollte eine Gipskontrolle an nächsten Tag nicht möglich sein (Entfernung vom Wohnort etc.) muss der Patient über eventuelle Probleme und ihre Lösung genau aufgeklärt werden.

Bei Ruhigstellung des Sprunggelenks und somit der Wadenmuskeln ist bei einem Erwachsenen prinzipiell eine sogenannte „Thromboseprophylaxe“ mit speziellen täglichen Injektionen unter die Haut erforderlich, um der Entstehung einer Thrombose oder gar einer Lungenembolie vorzubeugen.