Knochentumoren der Hand

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Knochentumoren an der Hand sind seltene Erkrankungen. Sie treten sowohl an den Handwurzelknochen, als auch an den Mittelhandknochen und den Fingern auf.

Die ersten Symptome sind abhängig vom befallenen Knochen unterschiedlich. Am Handgelenk ist üblicherweise der Schmerz erstes Symptom, da die Knochen hier sehr gut von Weichteilgewebe bedeckt sind und ein Hervortreten des Tumors nach außen erst spät geschieht.

Aus diesem Grund muß man das Unterlassen einer Röntgenaufnahme bei Handgelenksschmerzen als Behandlungsfehler werten.

An den Mittelhandknochen und den Fingern bemerkt der Patient meistens zuerst eine Schwellung, die häufig schmerzlos ist. Oftmals wird ein Knochentumor erst entdeckt, wenn der geschwächte Knochen ohne große Gewalteinwirkung bricht, eine sogenannte „pathologische Fraktur“ entsteht.

Die häufigsten Knochentumoren an der Hand sind das Enchondrom von Finger- oder Mittelhandknochen bzw. Überbeine („intraossäres Ganglion“) in den Handwurzelknochen.

Eine normale Röntgenaufnahme ist im allgemeinen zur Diagnostik eines Knochentumors ausreichend, lediglich am Handgelenk kann die Durchführung eines Computertomogramms (CT) zur exakten Größen- und Lagebestimmung hilfreich sein.

Die Behandlung von Knochentumoren an der Hand ist immer operativ. Das Tumorgewebe muß vollständig entfernt werden, die dann verbleibende Höhle füllt sich dann entweder selbst mit Bindegewebe, das später verknöchert, oder – was meistens der Fall ist - bei größeren Höhlen muß man diese durch eine Knochenverpflanzung vom Unterarm oder von der Beckenschaufel auffüllen. In Einzelfällen muß eine zusätzliche Stabilisierung des Knochens mit einer Platte oder Drähten erfolgen.

Nach der Operation werden die betroffene Hand oder der Finger für maximal 6 Wochen ruhiggestellt.

Bösartige Knochentumoren an der Hand sind extrem selten. Sie führen jedoch fast immer zu einer Amputation, in Einzelfällen kann durch sehr aufwändige Operationen eine Amputation der Hand - bei allerdings später mehr oder minder eingeschränkter Funktion – vermieden werden.

 

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Großer Knochentumor
(Enchondrom)
im 4. Mittelhandknochen

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Tumor ausgeräumt, verpflanzter
Knochen nach 6 Wochen eingeheilt.
Platte wurde nach 6 Monaten entfernt.


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6 Wochen nach der Operation freie Funktion.


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6 Wochen nach der Operation freie Funktion.